Zum diesjährigen Abitur

Am 6. Juni ging für unsere Abiturienten 2019 ein langer Prüfungsmarathon zu Ende

In den drei bis zu sechs Stunden langen, schriftlichen Prüfungen in den Leistungskursen und einem gewählten Grundkursfach vor den Osterferien und in zwei weiteren mündlichen Prüfungen in den letzten beiden Wochen konnten die Abiturientinnen und Abiturienten endlich zeigen, worauf sie sich monatelang vorbereitet hatten. Zur Belohnung in Form einer guten Note erhielten sie zusätzlich für sich die Bestätigung, dass sie in außergewöhnlichen Stresssituationen bestehen können.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen

Alle 36 Abiturientinnen und Abiturienten haben das Abitur bestanden, zwei sogar mit der Traumnote 1,0. Der Durchschnitt aller Noten aus den vergangenen zwei Jahren und den Noten in den Abiturprüfungen beträgt 2,06. Dies ist, verglichen mit allen hessischen Schulen, ein signifikant herausragendes Ergebnis, zumal die zeitlichen Belastungen der Schülerinnen und Schüler an unserer Schule mit den Anforderungen der Waldorfausbildung noch hinzugerechnet werden müssen.

Bemerkenswert sind zwei weitere statistische Beobachtungen

In die Kursnoten, die ca. 2/3 der gesamten Abiturnote ausmachen, fließen jeweils die mündlich im Unterricht erbrachten Leistungen mindestens zur Hälfte ein. Trotzdem liegen die Ergebnisse in den zentral gestellten Aufgaben im Abitur in den Leistungskursen weniger als 1 Notenpunkt (auf der 15-Punkte-Skala) unterhalb der für die Kurse erzielten Leistungen. In den mündlichen Prüfungen, bei denen überwiegend auch externe Prüfungsmitglieder anwesend waren, liegen die dort erzielten Noten nur um ca. 0,5 Notenpunkte unterhalb der Kursnoten. Dies zeigt, dass während der Schuljahre keinesfalls beschönigte Noten oder gar Sympathienoten vergeben werden, sondern dass die dort erzielten Leistungen auch bei zentral gestellten Prüfungsaufgaben Bestand haben. Die in anderen Bundesländern beklagte Kluft zwischen den Anforderungen in den Kursen und den dafür zu schwierigen Aufgabenstellungen im Abitur kann hier nicht festgestellt werden.

Im fünften Prüfungsfach können die Schülerinnen und Schüler statt einer mündlichen Prüfung eine Präsentationprüfung ablegen. 11 Schülerinnen und Schüler haben diese Prüfungsform gewählt, bei denen sie 4 Wochen vorher vom Fachlehrer ein Thema bekommen. Die Durchschnittsnote in dieser Prüfungsform lag bei über 11 Notenpunkten, das entspricht der Note „gut und besser“. Offenbar haben die Schülerinnen und Schüler genau dieses in ihrer Schullaufbahn lernen und üben können. Die externen Prüfer waren von der Qualität der Präsentationen, der Ideenvielfalt und der Sicherheit im Auftreten beeindruckt. In einem bemerkenswerten Fall war sogar direkt der Bogen von der 8.-Klasse-Arbeit über Windkraftanlagen zur Präsentation über fossile und nichtfossile Energien gespannt.

In zwei Ethikprüfungen betonten Schülerinnen mit großer Überzeugung, dass der Mensch in seiner Vielfalt und Gesamtheit nicht auf Zahlen reduziert werden könne. Tun wir das auch, vergessen wir die Statistik und gratulieren wir den Abiturientinnen und Abiturienten, aber auch dem Kollegium und der ganzen Schule für das gute Gelingen.

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