JEDES KIND EIN KÖNNER

Anlässlich des 100-jährigen Geburtstags der ersten Waldorfschule hatte der Waldorfschul- und Kindergartenverein Darmstadt zusammen mit befreundeten anthroposophischen Einrichtungen aus Darmstadt und Umgebung zum Begegnungsfest am Samstag, den 25. Mai 2019 in den Wolfskehl´schen Park in Bessungen eingeladen.

Dabei war das Fest nicht auf das Kindergartengelände im Park begrenzt – der gesamte Park war von der Stadt zum Festgelände freigegeben worden und begrüßte nun festlich herausgeputzt Gros und Klein mit strahlendem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen. Zwischen den Bäumen wehten Kreppbänder und bunte Wimpel, auf denen sich die durch das Blätterdach fallenden Sonnenstrahlen verfingen und von der aufgebauten Bühne mitten im Park stimmten die Klänge der Band des Waldoni-Zirkus einen jeden Besucher fröhlich ein.

Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Darmstädter OB Jochen Partsch und der Sozialdezernentin Babara Akdeniz, die beide die Wichtigkeit der anthroposophischen Institutionen für die Stadt Darmstadt hervorhoben. Den Startschuss gab Dana Brehier, die Leiterin des Waldorfkindergartens und Initiatorin dieses außergewöhnlichen Festes.
Und dann ging es los mit einem bunten Bühnenprogramm, durch das Aziza und Sebastian vom Theater Labaaz auf ihre sehr eigene komödiantische Art führten. Kinder der Freien Waldorfschule Darmstadt und der Christengemeinschaft zeigten ihr Können, sei es mit der Fidel oder im Violinensolo oder mit kleinen Theatervorstellungen.

Im Park selbst reihte sich unter bunten Schirmen, auf Tüchern und Kissen eine Aktion neben der anderen. Das Programm des Tages war ebenso groß wie vielfältig und repräsentierte auf gekonnte Art und Weise das Motto des Tages „Jedes Kind ein Könner“. Bälle filzen, die Wachstücher herstellen, Sommerbälle basteln, Kartenständer schnitzen, Seifenblasen und Blasgeräte herstellen, ein Barfußpfad, Trommelworkshop, Tonwerkstatt, Eurythmie für Erwachsene, alles konnte und durfte gemacht und erlebt werden. Der Circus Waldoni lud zum Mitmachen und Ausprobieren ein, das Puppenspiel „Kleine Raupe Nimmersatt“ konnte angesehen oder bei der Aktion „Jedes Kind kann Fingerhäkeln“ gemeinsam an einem endlosen Fingerhäkelband gehäkelt werden.
Zusätzlich gab es überall im Park verteilt eine große Zahl an Verkaufs- und Infoständen.
Das Angebot für jede Altersgruppe war derart reichhaltig, dass man gut und gerne zwei oder drei Nachmittage gebraucht hätte, um alles erleben und mitmachen zu können.

Das Außengelände des Kindergartens hatte sich in einen „Kulinarischen Garten“ verwandelt. Hier konnten sich die Gäste an Bratwurst, von den Eltern selbstgemachten Kuchen und Fingerfood oder in der vom Ernährungskreis des Kindergartens initiierten Suppenküche stärken. Auch eine Bar für Getränke und eine Espressobar fehlte nicht.
Wer einen Platz an einem der Tische fand, konnte, neben anregenden Gesprächen und neuen Bekanntschaften, den zauberhaften Klängen einer Handpan lauschen und einer kleinen Hütte aus Weidenzweigen beim Entstehen zusehen.

Hielt man für einen Moment inne, um das bunte Treiben zu beobachten, entdeckte man unter den Besuchern Schüler der Waldorfschule, die, ausgerüstet mit Bauchläden, durch den Park zogen und Brezeln verkauften. Zwischen all dem Trubel wandelten Aziza und Sebastian, mal eingewickelt in ein Wollknäul, mal als fleißige Honigbiene oder tanzend im Park mit einer Traube von strahlenden Kindern. Kurz darauf wurde man durch den Pfiff einer Trillerpfeife ins Hier und Jetzt zurückgeholt, um dem Waldorf100-Zug (einem Bollerwagenzug) der Konfirmanden der Christengemeinschaft Platz zu machen. In vier liebevoll aus Pappkarton gestalteten Waggons und einer „Lokomotive“ wurden strahlende Kinder unermüdlich in einer Rundfahrt durch den Park gezogen.

Ein weiteres Highlight war das Eisfahrrad von Thilda‘s Eismanufaktur, an dem sich geduldig wartende Eltern und Kinder in eine Schlange einreihten, deren Ausmaß jeden Schwimmbad-Eisverkäufer hätte neidisch werden lassen und wo an diesem Tag jedes Kind für eine Murmel ein Eis gratis bekam. Die Schlange wurde in ihrer Länge höchstens von dem in gemeinschaftlicher Arbeit entstandenen Fingerhäkelband übertroffen, das gegen Ende eines überaus gelungenen und erfolgreichen Nachmittages einmal komplett um die große Wiese vor der Hauptbühne reichte.

Mit den Klezmer Klängen der „Schmackes“-Band neigte sich das Fest dem Ende zu. Glückliche Kinder und Eltern traten den Heimweg an. In ihren Händen und Rucksäcken wehten Kreppbänder im Wind, die sie als Andenken an diesen ereignisreichen Tag mit nach Hause nahmen. In dem Glasgefäß auf Thilda‘s Eisfahrrad glitzerten an diesem Abend 571 bunte Murmeln.

Alex Fischer (Vater aus der Sternengruppe), redaktionell überarbeitet.

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